Vorträge und Termine

Datum / Ort Veranstaltung
12.-14. Februar 2010

Reale und imaginäre Formen jüdischer Machtausübung, Repression und Gewalt

Kurzfristige Anmeldungen sind noch möglich; weitere Informationen bei Prof. Dr. Birgit (Klein, birgit.klein@hfjs.eu), sowie unter http://www.forum-juedische-geschichte.de/

 

  

Eugen Täubler-Vorlesung 2009 mit Rainer Albertz

"Religiöse Identität in doppelter Staatlichkeit. Zum Selbstverständnis 'Israels' in den Staatstheologien von Juda und Israel"

Mittwoch, 2. Dezember 2009, 19h in der Aula der Alten Universität, Grabengasse 1

 

Die Reihe der Eugen-Täubler-Vorlesung ist einem der profiliertesten deutsch-jüdischen Historiker des 20. Jahrhunderts gewidmet, einem Universalisten alter Schule, der seiner Zeit in vielem voraus war, und einem großen Heidelberger. Im April 1933 reichte Eugen Täubler (1879-1953), Ordinarius für Griechisch-Römische Geschichte an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg, sein Gesuch um Entlassung aus dem Hochschuldienst ein. Er kam damit der zwangsweisen Entlassung aus dem öffentlichen Dienst durch das NS-Regime zuvor. Acht Jahre hatte Täubler den Heidelberger Lehrstuhl innegehabt, zuvor war der in der Provinz Posen geborene Historiker Leiter des Gesamtarchivs der deutschen Juden in Berlin gewesen, 1910-1914 auch Dozent und Lehrstuhlinhaber an der Hochschule für die Wissenschaft des Judentums in Berlin. In Folge seiner Entlassung 1933 kehrte er an die noch weiter bestehende Hochschule für die Wissenschaft des Judentums in Berlin zurück. Nach deren Schließung 1941 gelang ihm die Emigration in die USA. Dort wirkte er bis zu seinem Tod 1953 als Professor am Hebrew Union College in Cincinnati. Als allseits anerkannter Heidelberger Althistoriker und Akademiemitglied durfte er annehmen, dass die Überbrückung von griechischer, römischer und jüdischer Geschichte zu einem fruchtbaren Ganzen in der Wissenschaft des 20. Jahrhunderts gelungen sei. 1933 musste ihm diese Gewissheit zur Illusion geraten.  Der Gastredner Prof. Dr. Rainer Albertz, der für 2009 gewonnen werden konnte, ist Professor für Altes Testament an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster. Promotion und Habilitation legte er an der Universität Heidelberg ab, 1980-83 war er in Heidelberg Professor für Alttestamentliche Theologie einschließlich Altorientalische Religionsgeschichte.

Die Heidelberger Eugen Täubler-Vorlesung wird seit 2008 einmal jährlich in Regie des Ignatz-Bubis-Lehrstuhls für Geschichte, Religion und Kultur des europäischen Judentums von der Hochschule für Jüdische Studien Heidelberg gemeinsam mit dem Seminar für Alte Geschichte und Epigraphik sowie dem Historischen Seminar der Ruprecht-Karls-Universität ausgerichtet. Die Vorlesungsreihe wird einen wiederkehrenden Höhepunkt im akademischen Leben der Stadt bilden. Die gemeinsame Durchführung der Vorlesung drückt die enge partnerschaftliche Zusammenarbeit der Hochschule für Jüdische Studien Heidelberg und der Ruprecht Karls-Universität Heidelberg, aber auch das verbindende wache Interesse der drei veranstaltenden Institutionen für die jüngere Geschichte und ihre Präsenz in der Gegenwart aus.

 

 

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Letzte Änderung: 11.02.2010