Heidelberger Hochschulreden

 

Die Vortragsreihe der Hochschule für Jüdische Studien Heidelberg an der Ruprecht-Karls-Universität lässt national und international führende Persönlichkeiten regelmäßig zu Belangen von öffentlichem Interesse zu Wort kommen. Die Hochschule möchte mit dieser Reihe wissenschaftlich und kulturell Zeichen setzen, für die jüdische Gemeinschaft in Deutschland und darüber hinaus.

 

Alte Aula, Heidelberger Hochschulreden


Die Heidelberger Hochschulreden sind öffentlich, der Eintritt ist frei.

Einlass ist jeweils ab 17:30 Uhr.

Veranstaltungsort:  Aula der Alten Universität Heidelberg, Grabengasse 1.

Wichtiger Hinweis:

Für die Veranstaltungen werden keine Eintrittskarten vergeben!

                               

 

 

Termine der Heidelberger Hochschulreden 2010
Mittwoch, 21. Juli 2010: Prof. Dr. Dr. h. c. Bert Rürup (Mitglied des Vorstands der MaschmeyerRürupAG)
Mittwoch, 27. Oktober 2010: Dr. Guido Westerwelle (Bundesaußenminister)

 


Mittwoch, 21. Juli 2010

Prof. Dr. Dr. h. c. Bert Rürup
Mitglied des Vorstand der MaschmeyerRürup AG

"Wirtschaftsstandort Deutschland ─ zwei Jahre nach der Krise"



Im September 2008 brach in den USA die traditionsreiche Investmentbank Lehman Brothers zusammen und stand damit für den Beginn einer Wirtschaftskrise, die bis heute anhält. Knapp zwei Jahre danach zieht der Finanzexperte Bert Rürup eine erste Bilanz und zeigt auf, wie es um den Wirtschaftsstandort Deutschland bestellt ist.

Bert Rürup wurde am 7. November 1943 in Essen geboren. Nach dem Studium der wirtschaftlichen Staatswissenschaften in Hamburg und Köln, war er von 1976 bis 2009 Professor für Finanz- und Wirtschaftspolitik an der Technischen Universität Darmstadt, lehrte aber auch an anderen in- und ausländischen Universitäten und war Gastprofessor in Wien, Leipzig und Bukarest.

Neben seiner Tätigkeit als Wissenschaftler ist Rürup vor allem als Politikberater bekannt geworden. Den Schwerpunkt seiner Beratung bildet die Rentenpolitik. Unter anderem war er in der Enquête-Kommission des Deutschen Bundestages „Demografischer Wandel“; Mitglied der Kommission der Bundesregierung „Fortentwicklung der Rentenversicherung“ und von 1999 bis 2001 Mitglied im Expertenkreis des Bundesarbeitsministers zur Vorbereitung der Rentenreform 2001. Im Jahr 2000 folgte er dem Ruf in den Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, dessen Vorsitz er im März 2005 übernommen hat. Bis 2009 war Rürup als einer der fünf Wirtschaftsweisen in der Sachverständigenkommission zur Neuordnung der Besteuerung von Altersvorsorgeaufwendungen und Alterseinkommen und in der Kommission für die Nachhaltigkeit in der Finanzierung der sozialen Sicherungssysteme, auch als Rürup-Kommission bekannt.

Von der Politik wechselt er 2009 in die Privatwirtschaft. Beim Finanzdienstleister AWD übernimmt er die Aufgabe des Chefökonomen und legt sein Amt in der nach ihm benannten Kommission im Februar 2009 nieder. Am Ende des Jahres 2009 scheidet Bert Rürup bei AWD aus, um gemeinsam mit dem AWD-Gründer Carsten Maschmeyer eine unabhängige und international ausgerichtete Beratungsgesellschaft für Banken, Versicherungen wie auch Regierungen zu etablieren: die MaschmeyerRürup AG.

 


Mittwoch, 23. Juni 2010   Wagner 275px

Dr. Nike Wagner   
Publizistin und Dramaturgin

„Bayreuth und Weimar - zwei deutsche Traditionen“


Bayreuth und Weimar – diese beiden Städte stehen für Nike Wagner in langjähriger Familientradition. Als Ururenkelin des Komponisten Franz Liszt, Urenkelin von Richard Wagner und Tochter Wieland Wagners sieht sie die beiden Städte sinnbildlich als ihre Lebensaufgabe: „Mit Franz Liszt gehört Weimar zu meinem Erbe, mit Richard Wagner wird auch Bayreuth immer dazugehören.“

In Überlingen am Bodensee geboren und in Bayreuth aufgewachsen, studierte Nike Wagner Musik-, Theater- und Literaturwissenschaft in Berlin, Chicago, Paris und Wien. Seit 1975 arbeitet Nike Wagner als freiberufliche Kulturwissenschaftlerin und wirkt an internationalen Symposien und Kolloquien mit. Als Autorin wurde sie bekannt durch ihre Arbeiten zur Kultur- und Geistesgeschichte der europäischen Jahrhundertwende, als Kritikerin und Essayistin durch ihre Auseinandersetzung mit Richard Wagner und Bayreuth.

Nike Wagner, die Anfang Juni ihren 65. Geburtstag feierte, gehört seit 1999 der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung an und wurde 2003 zur Sachverständigen der Enquête-Kommission »Kultur in Deutschland« des Deutschen Bundestags gewählt.

Seit 2004 ist Nike Wagner künstlerische Leiterin von pèlerinages Kunstfest Weimar; einer Pilgerreise durch Musik, Theater, Tanz, Ausstellungen, Literatur, neue Medien und Film in Anlehnung an den Klavier-Zyklus „Années de pèlerinage" von Franz Liszt. Die Ururenkelin des Komponisten wird im Rahmen der Heidelberger Hochschulreden über ihre Pilgerreise zwischen Bayreuth und Weimar sprechen.

 
Foto: Stephen Lehmann


 

Mittwoch, 26. Mai 2010, 18:15 Uhr

Dr. Necla Kelek
Sozialwissenschaftlerin und freie Autorin

„Über die Freiheit im Islam“

Neclakelek-01Geboren 1957 in Istanbul, kam Necla Kelek mit 10 Jahren nach Deutschland. Nach einem Studium der Volkswirtschaft und Soziologie in Hamburg und Greifswald promovierte die heutige Autorin mit einer Untersuchung über „Islamische Religiosität und ihre Bedeutung in der Lebenswelt von Schülerinnen und Schülern türkischer Herkunft“, die unter dem Titel Islam im Alltag 2002 als Buch erschien.

Im November 2005 wurde sie für ihr Buch „Die fremde Braut. Bericht aus dem Inneren des türkischen Lebens in Deutschland“ mit dem Geschwister-Scholl-Preis der Stadt München ausgezeichnet. Für ihr Buch »Die verlorenen Söhne. Plädoyer für die Befreiung des türkisch-muslimischen Mannes« erhielt sie den internationalen Sachbuchpreis CORINE 2006. Ihr jüngstes Buch „Himmelsreise“ erschien im März 2010.

Ihre Bücher und ihr Credo, den Glauben von seinem patriarchalischen Missbrauch befreien und ihn spirituell rehabilitieren zu wollen, haben in den letzten Jahren die Diskussion um Integration und den Islam in Deutschland nachhaltig geprägt. Das Bundesinnenministerium berief sie 2006 als ständiges Mitglied der Deutschen Islam Konferenz; im neuen Plenum unter der Leitung des Bundesinnenministers Thomas de Maizière ist sie jedoch nicht mehr vertreten.

Sie lebt und arbeitet als freie Autorin und Publizistin in Hamburg und Berlin.
 

 
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Fotos: Janne Königsberg

 
 Donnerstag, 15. April 2010

Günther Jauch

Journalist, Moderator und Produzent


„Zwischen Anspruch, Quote und wirtschaftlichem Erfolg – Was Sie schon immer über das Fernsehen wissen wollten.“
 
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Im Wechsel als beliebtester Deutscher, intelligentester Deutscher, Wunschkandidat für das Amt des Bundeskanzlers und als beliebtester Showmoderator Deutschlands gehandelt – der Journalist und Produzent Günther Jauch steht wie kein anderer für den Siegeszug des Fernsehens.
Und bewegt sich dabei sicher und erfolgreich in den Kernbereichen, denen das Medium unterliegt: Information und Unterhaltung.

Beides miteinander zu verbinden, gelingt Jauch bereits während seines Studiums: Nach angefangenem Jura-Studium in Berlin absolviert
er die Münchener Journalistenschule und moderiert für den Bayerischen Rundfunk; unter anderem die B3-Radioshow zusammen mit Thomas Gottschalk. Erste Fernsehe
rfahrung sammelt Günther Jauch mit 29 Jahren als Rätselflug"-Reporter und Moderator der populären Jugendsendung Live aus dem Alabama". Es folgen die Sendungen Na siehste" und das „Aktuelle Sportstudio“ für das ZDF. 1990 wechselt Günther Jauch zu RTL und präsentiert die erste stern TV-Sendung, deren 20jähriges Jubiläum er in diesen Tagen feiert. Knapp 10 Jahre später startet die Quizsendung Wer wird Millionär?", für die er inzwischen mehrfach ausgezeichnet wurde.

Durch die Gründung seiner Produktionsfirma I & U TV im Sommer 2000 vereint Günther Jauch den Anspruch auf Information und Unterhaltung einmal mehr. Inwieweit jedoch Quoten und wirtschaftlicher Erfolg federführend geworden sind und wo dabei der Anspruch bleibt in einem stern TV-Format, das in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung als „ein merkwürdig unbeachtetes, aus der Zeit gefallenes Magazin“ beschrieben wird, diskutiert Günther Jauch im Gespräch mit Studierenden der Hochschule für Jüdische Studien Heidelberg.

 

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Mittwoch, 20. Januar 2010

Dr. Frank Schirrmacher
Herausgeber der FAZ

„Lebensläufe im digitalen Zeitalter"
 
Foto Schirrmacher Er hat einmal hier studiert, heute ist er einer der führenden Journalisten in einer der führenden Zeitungen Deutschlands. Es gibt nicht wenige Leute, die an dieser Stelle statt der relativ unbestimmten ohne Zögern die bestimmten Artikel setzten würden. 
Studium der Germanistik, Anglistik, Literaturwissenschaft und Philosophie - diese Bündelung schöner Künste, betrieben an den schönen Orten Heidelberg, Montpellier, Yale und Cambridge, führte rasch von der puren Anschauung zur Praxis: 1984 Hospitant und schon 1985 Redakteur beim Feuilleton der konservativen FAZ, der er als Feuilletonchef seit 1987 ein entschieden offeneres Gepräge verlieh. Im gleichen Jahr folgte die wissenschaftliche Promotion zum Dr. phil. in Siegen mit einer Arbeit zu "Schrift als Tradition - die Dekonstruktion des literarischen Kanons bei Kafka und Harold Bloom." Seit 1994 ist er einer fünf Herausgeber des bundesrepublikanischen Zentralorgans. 
Schirrmacher hat Kulturpublizistik immer politisch verstanden und sich auch außerhalb der Tagespresse zu Wort gemeldet. In "Das Methusalem-Komplott" (2004) setzte er sich mit der sich abzeichnenden Vergreisung der Gesellschaft auseinander, und das gleichermaßen auf kritische wie unkonventionelle Weise, die ihm 2004 den Titel eines "Journalisten des Jahres" und 2007 den Jakob Grimme-Preis einbrachte. 
Im vergangenen November erschien sein jüngstes Buch, das nach langem Titel eine sogleich heftig bebloggte Auseinandersetzung mit den dramatischen Veränderungen der Medien- und Wahrnehmungslandschaft bietet: "Payback. Warum wir im Informationszeitalter gezwungen sind zu tun, was wir nicht tun wollen, und wie wir die Kontrolle über unser Denken zurückgewinnen." Die dafür fälligen Preise stehen gegenwärtig noch aus; den Ludwig Börne-Preis hat er bereits 2009 erhalten.
 
 
 
Frühere Hochschulreden finden Sie im Archiv.
Wir bedanken uns bei der Berthold Leibinger Stiftung für die Förderung der Heidelberger Hochschulreden.
 

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Letzte Änderung: 20.07.2010