Vernissage der Ausstellung „BELF – weitergeblättert“ in Heidelberg
Nach ihrer viel beachteten Präsentation an der Universität Wien kommt die Ausstellung „BELF. Geschichte einer Wiener jüdischen Buchhandlung“ nun in erweiterter Form nach Heidelberg. Die von Felicitas Heimann-Jelinek und Monika Schreiber-Humer kuratierte Schau erzählt die bewegende Geschichte der jüdischen Buchhändler- und Verlegerfamilie Belf – von der Gründung ihres Geschäfts im Jahr 1868 bis zu dessen gewaltsamer Zerstörung im Zuge der nationalsozialistischen Novemberpogrome 1938.
Im Zentrum steht das Schicksal einer Familie, die verfolgt, entrechtet und ihres gesamten Besitzes beraubt wurde. Die geplünderten Bücher wurden in alle Welt zerstreut – Spuren davon führen bis heute auch nach Heidelberg. Im Rahmen der Provenienzforschung in der Bibliothek Albert Einstein der Hochschule für Jüdische Studien Heidelberg konnten mehrere Bücher aus der ehemaligen Buchhandlung Belf identifiziert werden: sowohl aus dem hauseigenen Verlag als auch aus dem Sortiment des damaligen Ladengeschäfts.
Die Heidelberger Präsentation macht diese wiederentdeckten Bestände erstmals sichtbar und bringt sie mit Leihgaben aus dem Besitz der Nachkommen der Familie Belf zusammen. Damit wird die Geschichte von Verlust, Zerstreuung und Wiederauffindung konkret und greifbar.
Unter dem Titel „BELF – weitergeblättert“ erweitert die Ausstellung zudem den Blick über die Zeit des Nationalsozialismus hinaus: Sie thematisiert die Wiederaufnahme jüdischer Gelehrsamkeit nach 1945. Ein eindrucksvolles Beispiel hierfür ist der sogenannte „Survivors’ Talmud“, eine monumentale Ausgabe des Babylonischen Talmuds in 19 Bänden, die ab 1946 im Heidelberger Winter-Verlag gedruckt wurde – ein Symbol für Neuanfang und kulturelle Kontinuität nach der Shoah.
Programm – Vernissage „BELF – weitergeblättert“
Programm in Raum S4, Ausstellung im Foyer
Moderation: Dr. Louise Hecht
- Begrüßung und Grußwort: Dr. Andreas Brämer, Rektor
- Grußwort: Prof. Dr. Michael Schmitt, Freundeskreis der HfJS
- Einführung in die Ausstellung: Philipp Zschommler
- Vortrag: Adam Krupnick (Nachfahre der Familie Belf) My family research
- Rundgang durch die Ausstellung
- Empfang im Anschluss (EG, Aquarium oder Mensa)
Begleitend: Büchertisch und Banner des Winter-Verlags
Registrierung erforderlich (registration@hfjs.eu)!
Die Ausstellung wurde ermöglicht durch die Piplack-Gabelmann Stiftung, die Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit, den Freundeskreis der Hochschule für Jüdische Studien und das Deutsche Zentrum Kulturgutverluste.
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Datum 23. Juni 2026
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Uhrzeit 18:00 - 21:00 UTC+02:00
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Teilnahme Präsenz
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Sprache Deutsch
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Ansprechperson HfJS
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Ort / Link Hochschule für Jüdische Studien
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