Festkolloquium zu Ehren von Prof. Dr. Johannes Heil
Am 19. März 2026 fand an der Hochschule für Jüdische Studien Heidelberg (HfJS) ein Festkolloquium zu Ehren von Prof. Dr. Johannes Heil statt. Der Rektor Dr. Andreas Brämer hielt seine Laudatio vor über 50 geladenen Gästen, die seine beeindruckende Karriere würdigt – von der Biografie über wissenschaftliche Höhepunkte bis hin zu seiner Rektorenzeit und darüber hinaus.
Prof. Johannes Heil wurde 1961 in Frankfurt am Main geboren, einer Stadt mit reichem jüdischem Erbe. Nach Abitur, Zivildienst und Studium der Kunstgeschichte, Klassischen Archäologie, Mittleren und Neueren Geschichte sowie Judaistik (u. a. in Tel Aviv und Haifa) promovierte er 1994 bei Johannes Fried. Er arbeitete am Jüdischen Museum Frankfurt, war wissenschaftlicher Assistent am Zentrum für Antisemitismusforschung in Berlin und habilitierte sich 2003 an der TU Berlin. Seit 2005 hält er den Ignatz-Bubis-Lehrstuhl an der HfJS, und wurde 2012 von der Universität Heidelberg kooptiert.
Heils Forschung fokussiert die Geschichte des europäischen Judentums und Antisemitismus. Seine Dissertation (1998) analysiert Pauluskommentare des 9. Jahrhunderts und deren antijüdische Konstruktionen. Die Habilitation „Gottesfeinde – Menschenfeinde“ (2006) deckt die Entstehung des Juden-Verschwörungsstereotyps (13.–16. Jh.) auf. Kürzlich erschien „Andere Juden“ (2024), das ein „vorrabbinisches“ Judentum im westlichen Mittelmeerraum beleuchtet und jüdisch-christliche Verflechtungen aufzeigt. Aktuell leitet er ein DFG-Projekt zum jüdischen Welterbe mit Thomas Schmitt.
Von 2008–2013 war Heil Erster Prorektor, ab 2013 Rektor der HfJS bis 2019 (mit Übergabe bis 2020). Er steuerte Neubau, Bologna-Reform, Akkreditierungen und neue Studiengänge; parallel dozierte er weiter. In Debatten wie Goldhagen oder Beschneidungsurteil positionierte er sich gesellschaftlich relevant. Als „Mensch“ (im jiddischen Sinne) betreut er Studierende engagiert und unterstützt Kollegen diskret.
Heil bleibt aktiv: Ein neuer Forschungsantrag liegt zur Begutachtung vor, kürzlich sprach er beim Eugen-Täubler-Abend. Der Rektor dankt für seine Prägung der HfJS und freut sich auf weitere Zusammenarbeit. עד מאה ועשרים – zum 65. Geburtstag! 🎉
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Datum 24. März 2026
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Uhrzeit 13:33 UTC+01:00
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Teilnahme
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Sprache
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Ansprechperson
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Ort / Link
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