Lost Books Lab
Vom Buch zur Biografie, auf der Suche nach Spuren von Juden und Jüdinnen in Baden-Württemberg.
Geraubte Bücher erzählen von Menschen. Von ihren Sammlungen, ihren Lesegewohnheiten, ihrer kulturellen Zugehörigkeit. Der nationalsozialistische Raub jüdischer Bibliotheken war ein gezielter Angriff auf diese Zugehörigkeit: Wer Bücher stiehlt, stiehlt auch das Recht, die eigene Geschichte zu erzählen.
Im Lost Books Lab erforschen Teilnehmende in lokalen Bibliotheken Bücher, die diesen Weg hinter sich haben. Provenienzmerkmale machen sichtbar, was hinter den Objekten steckt: Namen, Orte, Schicksale. Und sie zeigen, dass die Verbrechen des Nationalsozialismus nicht weit weg waren. Sie geschahen auch hier, in Baden-Württemberg, vor der eigenen Haustür.
Drei Einstiege
Wo möchten Sie starten?
So funktioniert ein Workshop
Schritt 1
Einführung
Kurzer Einstieg in Provenienzforschung und die Geschichte des NS-Bücherraubs.
Schritt 2
Arbeit mit historischen Büchern
Gemeinsame Spurensuche: Stempel, Widmungen und Exlibris im Buch entdecken.
Schritt 3
Recherche in Gruppen
Vertiefende Recherche zu Autor:in, Titel und Herkunft des gefundenen Buches.
Schritt 4
Präsentation und Reflexion
Ergebnisse vorstellen und gemeinsam über das Gelernte reflektieren.
Warum dieses Projekt?
NS-Raubgut verstehen
Im Nationalsozialismus wurden Bücher systematisch aus jüdischem Besitz geraubt.
Provenienzforschung macht Spuren dieses Verbrechens sichtbar und zeigt, welche Wege ein Buch seit dem Diebstahl genommen hat.
Antisemitismus historisch und gegenwartsbezogen reflektieren
Die Auseinandersetzung mit dem Bücherraub zeigt, wie Antisemitismus die gesamte Gesellschaft betrifft,
historisch wie in seinen bis heute spürbaren Auswirkungen.
jüdische Lebensgeschichten sichtbar machen
Über die Recherche an einzelnen Büchern werden Biografien deutsch-jüdischer Menschen aus Baden-Württemberg sichtbar,
ihr Alltag, ihre Interessen, ihr Leben vor der Verfolgung.
Aktives Mitforschen ermöglichen
Jede Recherche zählt:
Auch die Dokumentation unerforschter Bestände hilft, Bücher zu ihren rechtmäßigen Eigentümer:innen zu bringen.
Partner und Förderer
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Hochschule für Jüdische Studien Heidelberg -
Freunde u. Förderer des Leo-Baeck-Institut e. V. -
Gefördert durch die Baden-Württemberg Stiftung