Trumah

Trumah

Zeitschrift der Hochschule für Jüdische Studien Heidelberg

Trumah 21 Cover Cut Hp
 

 

Neu erschienen in 2013

 


 

 
 

Redaktion / Editorial Board:
Prof. Dr. Annette Weber
Prof. Dr. Frederek Musall


Wissenschaftlicher Beirat / Advisory Committee:

  • Professor Dr. Marion Aptroot (Düsseldorf)
  • Professor Dr. Aliza Cohen-Mushlin (Jerusalem)
  • Professor Dr. Carl S. Ehrlich (Toronto)
  • Professor Dr. Gad Freundenthal (Paris)
  • Professor Dr. Theodore Kwasman (Köln)
  • Professor Dr. Dr. Johann Maier (Mittenwald)
  • Professor Dr. Stefan Rohrbacher (Düsseldorf)
  • Professor Dr. Peter Schäfer (Princeton)
  • Professor Dr. Avinoam Shalem (München)
  • Professor Dr. Giuseppe Veltri (Halle/Wittenberg)
  • Professor Dr. Reiner Wiehl (sel. A.)

Trumah versucht, die gesamte Bandbreite der Jüdischen Studien zu repräsentieren. Jedes Heft hat einen thematischen Schwerpunkt. Daneben werden auch Beiträge aus den anderen Gebieten des Faches aufgenommen. Die Zeitschrift erscheint einmal jährlich. Der Redaktionsschluss ist jeweils Ende Juli. Aufsätze in den Sprachen Deutsch, Englisch und Hebräisch mit englischem Abstract können bei der Redaktion (ursula.beitz@hfjs.eu) eingereicht werden.

 

Band 1 - 3 Reichert Verlag, Wiesbaden, 1987 – 1992.
Band 4 - 9 Metropol-Verlag, Berlin, 1994 – 2000.
Ab Band 10 Universitätsverlag C. Winter, Heidelberg, (2000-

Link zum Universitätsverlag C. Winter für Abobestellung:
http://www.winter-verlag-hd.deIcon External Link

 

 

Schwerpunktthemen und Inhalt: 

Trumah 21: Über Berlin nach Jerusalem: Deutschland und die hebräische Literatur / Germany and Hebrew Literature

Trumah 20: Geschichte denken: Perspektiven von und zu Hannah Arendt / Thinking History: Perspectives on and of Hannah Arendt

Trumah 19: Tora und politische Macht / Torah and Political Power

Trumah 18: Stein(e) des Anstoßes  - Sal’ei Machloket“ – Intentionen und ideologische Implikationen der aktuellen archäologischen Forschung

Trumah 17: Jüdische Studien und jüdische Identität

Trumah 16: Haskala im 18. Jahrhundert

Trumah 15: Zur rabbinischen Literatur. Historische und sozialgeschichtliche Studien

Trumah 14: Juden in der Bundesrepublik Deutschland - Dokumentationen und Analysen

Trumah 13: Schwerpunkt: Benno Jacob - der Mensch und sein Werk

Trumah 12: Studien zum jüdischen Mittelalter

Trumah 11: Beiträge zur jüdischen Philosophie

Trumah 10: Israelische Literatur und Tradition

Trumah 9: Bibelwissenschaft und Jüdische Bibelauslegung

Trumah 8: Wissenschaftliche Eliten und die nationalsozialistische Judenverfolgung

Trumah 7: Zur Geschichte und Kultur des osteuropäischen Judentums

 

CALL FOR PAPERS
Trumah 22
Ikonisierungsprozesse jüdischer Selbstwahrnehmung

Ein Merkmal des modernen Judentums scheint die Divergenz der Selbst- und Fremdwahrnehmungskonzepte zu sein; so wird es beispielsweise sowohl über die Jahrtausende alte Tradition definiert, aber genauso auch über den Zivilisationsbruch der Schoa wie über die Gründung Israels. Darüber hinaus hat sich zudem ein Wahrnehmungsmuster im Bild etabliert. Vielfach wird beispielsweise der orthodoxe Jude mit Pe‘ot, Kippah und Tallit Katan sowohl aus Außen- wie Binnenperspektive zu Identifikationszwecken eingesetzt.
Das Schwerpunktthema von Trumah 22 will inhaltlich wie methodisch die Jüdischen Studien mit Kunstgeschichte, Bildwissenschaft und Kulturwissenschaften ins Gespräch bringen, um dadurch neue Perspektiven auf die Repräsentationsdiskurse innerhalb des nach/modernen Judentums zu eröffnen.

Als Ausgangspunkt dient die Frage nach Entwicklung und Funktion neuartiger Bilder in der Moderne angesichts der Tatsache, dass Identifikation im Judentum über viele Jahrhunderte weniger visuell als textuell oder symbolisch erfolgte, etwa über die Vorstellung vom Juden als Gelehrten (Chacham), als Frommen (Chassid), als Betenden und Studierenden, oder über Symbolik, wie z.B. Menorah und Magen David.
Ab wann und durch welche Umstände bedingt setzten Suche und Sehnsucht nach einer neuen, aber verbindlichen Bildvorstellung vom ‚authentischen’ Judentum ein? Ist die Suche nach neuer jüdischer Selbstwahrnehmung im Bild auch dadurch bedingt, dass traditionell textbasiertes Selbstverständnis angesichts einer neuartigen und komplexen Bilderflut der Gegenwart unter Druck geraten ist? Und weiter: können dadurch ausgelöste Ikonisierungsprozesse die für das Judentum charakteristische pluralistische Selbstwahrnehmung bedrohen? Denn wenn über visuelle Repräsentationsprozesse Hegemonieansprüche initiiert werden, dann stellt sich auch die Frage nach eben dieser pluralistischen Selbstwahrnehmung des Judentums neu, dessen kulturelle Flexibilität und Vielseitigkeit sein Überleben sicherte.
Die Frage, ob dies heutzutage auf dem Prüfstand steht, inwieweit dies bestehenden Bedürfnissen und Notwendigkeiten (nach „Sichtbarkeit“, nach „Eindeutigkeit“, nach „Authentizität“) Rechnung trägt, und schließlich ob diese Prozesse bewusst oder unbewusst verlaufen, kann und soll durch eine interdisziplinär angelegte historische Analyse ausgeleuchtet werden. Entsprechend ist das Kernthema von Trumah 22 die paradigmatische Untersuchung der Ikonisierungsprozesse und -diskurse jüdischer Selbstwahrnehmung in Text und Bild. Wie verhält sich also der Einsatz von Text und Bild/Textbildern hinsichtlich der Diskurse jüdischer Selbstwahrnehmung in Bezug auf Religion, Geschlecht, Geschichte und Politik? Als Beispiel sei auf das sich wandelnde Symbolverständnis der Menorah verwiesen. Im antiken Diskurs wandelte sich ihre Wahrnehmung vom religiösen zum politischen Symbol des jüdischen Volkes, im Mittelalter wurde sie zum Symbol messianischer Erwartung und im 20. Jahrhundert definierte sie beispielsweise R. Menachem Mendel Schneerson im Rückgriff auf entsprechende mittelalterliche Modelle als Gegenentwurf zur israelischen Staatsymbol neu.


Das Redaktionsteam (Professor Dr. Annette Weber, Professor Dr. Frederek Musall) lädt sie ein, zu dem angesprochenen Thema bzw. seinem Umfeld einen Beitrag zu verfassen. Das Erscheinen des Bandes ist für Anfang 2014 geplant und wir bitten um die Beiträge mit möglichst nicht mehr als 40.000 Zeichen auf deutsch oder englisch mit einem abstract von 10 Zeilen bis Ende Juli 2013.
 

Verantwortlich: E-Mail
Letzte Änderung: 20.11.2013