NS-Raubgut in der Bibliothek Albert-Einstein

KONTAKT

Projektleiterin:

Rabbinerin Prof. Dr. Birgit Klein

HfJS
Landfriedstraße 12
69117  Heidelberg

Tel.: (+49) (0) 6221/5419 225
Fax: (+49) (0) 6221/5419209
E-Mail: birgit.klein@hfjs.eu


Projektmitarbeiter:

Philipp Zschommler, M.A.

HfJS
Landfriedstraße 12
69117  Heidelberg

Tel.: (+49) (0) 6221/5419 214
Fax: (+49) (0) 6221/5419209
E-Mail: philipp.zschommler@hfjs.eu

 

Die Provenienzen im Nachlass des Rabbiners Emil Davidovic

 

Im Jahr 1988 erwarb die HfJS den Nachlass des ehemaligen Landesrabbiners von Westfalen, Herrn Emil Davidovic (geb. 1912), der zwei Jahre zuvor verstorben war. Der Großteil dieses Nachlasses besteht aus dessen privater Bibliothek und umfasst ca. 6.000 Bände. Hiervon sind ca. 2.500 Bände z.B. durch ihr Erscheinungsjahr vor 1945 auf ihre Provenienzen und NSRaubgut-Verdacht zu untersuchen. Inhaltlich handelt es sich vorrangig um Judaica in deutscher und hebräischer Sprache.

Der Auschwitzüberlebende Davidovic war zunächst in Prag als Rabbiner tätig und begann dort bereits, seine Privatbibliothek aufzubauen. Hierfür erwarb er dort in größerem Umfang Bücher in Antiquariaten, die wiederum zu einem erheblichen Teil NS-Raubgut veräußerten. So erscheinen in Büchern aus dem Nachlass Davidovic zahlreiche Besitzvermerke von bekannten jüdischen Personen und Institutionen (z. B. aus Berlin, Prag, Breslau, München). Im Rahmen dieses Projektes wird dieser Teilbestand per Autopsie auf seine Provenienzen hin geprüft (einschließlich Erbensuche und ggf. Restitution/Entschädigung). Auch in Fällen, in denen keine Restitution möglich ist, wird das Projekt diejenigen angemessen würdigen, denen einst die Bücher gehörten. Auf diese Weise wird das Projekt einen wichtigen Beitrag zur Erinnerungskultur im Besonderen und zur jüdischen Geschichte während und nach der Schoah im Allgemeinen leisten.

Die untersuchten Bücher sowie die aufgefundenen Provenienzhinweise werden in der kooperativen Datenbank "Looted Cultural Assets" veröffentlicht.

2019_02_10_Logo_LootedCulturalAssets

Gefördert durch das Deutsche Zentrum Kulturgutverluste und die Lilli und Michael Sommerfreund-Stiftung.

2018_10_23_Zentrum_Kulturgutverluste


 

Letzte Änderung: 12.08.2020