Studiengänge

Die Hochschule für Jüdische Studien bietet eine Vielzahl von Studiengängen an. Das Angebot reicht von der Geistes- und Kulturwissenschaft der Jüdischen Studien über die Ausbildung in der Gemeindearbeit bis hin zum Rabbinatsprogramm. Die einzelnen Studiengänge werden im Folgenden vorgestellt:
 

B.A. Jüdische Studien

Der Studiengang Jüdische Studien stellt das Fundament des geistes- und kulturwissenschaftlichen Zweigs der Hochschule für Jüdische Studien dar. Er ist konfessionsungebunden und verlangt keinerlei Vorkenntnisse, weder sprachlich noch inhaltlich. Der Anteil am Gesamtstudium kann dabei 75%, 50% oder 25% betragen. Die Studierenden beschäftigen sich in diesem Studiengang mit den Quellen des Judentums, also den heiligen Texten und ihrer Deutung in Laufe der Zeit, mit der Geschichte des jüdischen Volkes, mit jüdischer Philosophie, jüdischer Kunst und jüdischer Literatur sowie den übrigen Teilfächern, die sich oftmals auch thematisch überschneiden. Hierdurch wird ein Gegenstand ebenso immer wieder fachübergreifend betrachtet.
Der Bachelorstudiengang qualifiziert für den Masterstudiengang Jüdische Studien.

 

M.A. Jüdische Studien

Nach Abschluss des Bachelorstudiums in Jüdischen Studien mit einem Anteil von 50% oder mehr kann das Studium fortgesetzt werden, um den akademischen Grad des Master of Arts zu erwerben. Im Rahmen des Masterstudiengangs werden die Kenntnisse aus dem Bachelorstudium genutzt und vertieft. Studierenden, die den M.A. in Jüdischen Studien anstreben, ermöglicht die Hochschule für Jüdische Studien mit ihrem umfassenden Fächerangebot eine besondere Ausdifferenzierung der eigenen Studien.
Der Masterstudiengang qualifiziert für ein Promotionsstudium.

 

M.A. Jüdische Studien - Geschichte jüdischer Kulturen (Joint Degree)

Im Gegensatz zum konsekutiven M.A. Jüdische Studien ist der M.A. Jüdische Studien - Geschichte jüdischer Kulturen offen für alle Geistes- und Kulturwissenschaftler, sowie für soziologische und theologische Fachrichtungen. So qualifiziert beispielsweise auch ein Bachelorabschluss in Politik- und Islamwissenschaft  für den M.A. Jüdische Studien - Geschichte jüdischer Kulturen. Der Studiengang bietet Absolventinnen und Absolventen, die im Rahmen ihres Bachelorstudiums schon Techniken und Arbeitsweisen der Geistes- und Kulturwissenschaft kennengelernt haben, einen schnellen Einstieg in die Begriffe und Bereiche der Jüdischen Studien. Damit können Studierende sich schnell spezialisieren und der individuellen Interessenslage gemäß ihren Schwerpunkt wählen.
Der M.A. Jüdische Studien - Geschichte jüdischer Kulturen wird gemeinsam mit der Karl-Franzens-Universität Graz angeboten. Nach dem ersten, verpflichtend in Heidelberg zu absolvierenden Semester müssen die Studierenden mindestens ein Semester in Graz belegen.
Der Masterstudiengang qualifiziert für ein Promotionsstudium.

 

B.A. Gemeindearbeit

Der Studiengang Gemeindearbeit vermittelt fachspezifische Grundlagen wissenschaftlichen Arbeitens und methodische Fertigkeiten, die die Studierenden zu einer eigenständigen Recherche und Problemlösung sowie zu einem sicheren Umgang mit Quellen befähigen. Der Vermittlung religiöser Praktiken und gesellschaftsrelevanter Kompetenzen wird ein besonderer Stellenwert eingeräumt. Diese Mehrgleisigkeit wird deutlich, betrachtet man die Berufsperspektiven der Absolventen. Sowohl die Vorbereitung auf Verwaltungstätigkeiten, als auch auf Sozialarbeit oder eine Tätigkeit als Kantor werden im B.A. Gemeindearbeit angeboten. Der Studiengang bildet außerdem die Grundausbildung für angehende Rabbiner, die ihren Master und ihre rabbinische Ordination in Heidelberg an der Hochschule für Jüdische Studien erhalten.
Die Hochschule folgt insgesamt dabei dem Ausbildungskonzept Tora u Mada. Gemeint ist eine akademische Ausbildung, die sowohl traditionelles jüdisches Lernen als auch wissenschaftliches Arbeiten in sich vereint. Das Kennen lernen und Studieren der Traditionsliteratur im Rahmen von klassischen angeleiteten Lerngruppen wird parallel zu Lehrveranstaltungen mit wissenschaftlichen Fragestellungen angeboten. Das auf diesen beiden Säulen (Tora und Wissenschaft) basierende Ausbildungskonzept garantiert ein hohes Niveau und ein fundiertes Fachwissen der Absolventen.

 

M.A. Rabbinat

Das Rabbinatsprogramm der Hochschule für Jüdische Studien ist benannt nach dem in jener Zeit für das Gebiet des deutschen Reiches gängig gewordenen hebräischen Namen "Aschkenas": Torat Aschkenas (zu Deutsch: die Lehre Deutschlands) ist ein Rabbinatsprogramm, das Rabbinatskandidaten verschiedener Denominationen binnendifferenziert ausbildet. Torat Aschkenas soll garantieren, dass das Judentum in Deutschland heute umfassend von Gelehrten geistig geführt und rituell betreut werden kann, die aus den eigenen Reihen stammen, akademisch ausgebildet sind und zugleich über eine anerkannte rabbinische Autorität verfügen. Zugleich soll Torat Aschkenas einen Typus von Rabbinern fördern, die durch ihre Vertrautheit mit den Vertretern jeweils anderer Denominationen eine für innerreligiöse Kommunikation und Kooperation offene jüdische Gesellschaft schaffen.
Die Hochschule für Jüdische Studien will einen neuen Typ des Rabbiners hervorbringen, der in Deutschland sozialisiert wurde, die hiesigen Gemeindestrukturen kennt und sowohl in religiösen als auch in weltlichen Bereichen (wissenschaftlich) ausgebildet ist.
Mit dem Angebot einer Rabbinerausbildung an der HfJS kommt die Hochschule für Jüdische Studien dem Wunsch des Bundes und des Zentralrats der Juden in Deutschland nach.

 

Staatsexamen

Die Hochschule für Jüdische Studien bildet auch Lehrer für den jüdischen Religionsunterricht aus. Dieser Studiengang ist voll kompartibel mit den Lehramtsstudiengängen der Universität Heidelberg und führt genauso wie dort zum Staatsexamen. Die Lehrveranstaltungen werden in der Regel gemeinsam mit den anderen Studiengängen der Hochschule für Jüdische Studien besucht, doch gibt es auch einen speziellen Lehrstuhl für jüdische Religionspädagogik.

Letzte Änderung: 22.07.2008