Jüdische Philosophie und Geistesgeschichte

Lehrstuhlinhaber: Professor Dr. Frederek Musall

Jüdische Philosophie ist das Ergebnis der Konfrontation zwischen Philosophie und jüdischer Kultur. Das Forschungsgebiet schliesst klassische jüdische Denker wie Saadya Gaon, Yehuda Halevi und Maimonides ein, sowie auch moderne und zeitgenössische Gestalten des Judentums wie z.B. Moses Mendelssohn, Nachman Krochmal, Hermann Cohen, Abraham Joshua Heschel, Franz Rosenzweig, Martin Buber und Emmanuel Levinas. Jüdische Philosophie kann nicht von anderen Denksystemen wie der antiken Philosophie, dem mittelalterlichen muslimischen und christlichen Gedankengut und modernem westlichen Denken isoliert betrachtet werden, doch hat sie ihre spezifische Einzigartigkeit und Eigenheiten. Die Geschichte der jüdischen Philosophie ist von Angleichung geprägt, doch auch von Andersartigkeit, es ist eine Geschichte von Wechselwirkung und unveräusserlicher Einzigartigkeit. Die Studierenden erhalten die Fähigkeit, zentrale Themen in individuellen Werken der jüdischen Philosophie zu erkennen, die Vielfältigkeit der Zugangsweisen im Kontext jüdischer Philosophie angemessen zu beschreiben und die Werke jüdischer Philosophen im weiteren Rahmen der Philosophiegeschichte zu verorten. Ein reiches Spektrum an Ansichten zu zentralen Begriffen und Themen wie z.B. die Gebote, Erwählung, göttliche Attributen, Vorsehung, Theodizee, Schöpfung, Offenbarung oder Erlösung werden untersucht und vergleichend besprochen.

Geistesgeschichte ist ein umfassender Begriff und beinhaltet auch das Studium der Geschichte von Ideen und von Konzepten, die im Laufe der jüdischen Geschichte unterschiedliche Inhalte hatten. Als solcher beschäftigt sich der Lehrstuhl mit grossen geistigen Bewegungen innerhalb des Judentums wie z.B. der jüdischen Mystik, dem Chassidismus und mit individuellen geistigen Führern des Judentums wie Samson Raphael Hirsch oder Abraham Isaak haCohen Kook.

Der Lehrstuhl für jüdische Philosophie und Geistesgeschichte nimmt das Judentum in seiner Universalität und Partikularität als einen spezifischen Beitrag zur Zivilisation im allgemeinen und der europäischen im besonderen wahr.

 

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Letzte Änderung: 19.10.2015