Dr. Gundula Grebner
Wissenschaftliche Mitarbeiterin im SPP 1173 (DFG) an der Ignatz-Bubis-Stiftungsprofessur für Religion, Geschichte und Kultur des europäischen Judentums.
Anschrift:
Hochschule für Jüdische Studien Heidelberg
Landfriedstr. 12
D-69117 Heidelberg
Tel.: (+49) (0) 6221 /54-192-00
E-Mail: N.N.
Sprechstunde: n.V.
Ignatz-Bubis-Stiftungslehrstuhl
Studium der Geschichte und Romanistik mit den Schwerpunkten Mittelalterliche Geschichte und Linguistik.
Einjähriger Forschungsaufenthalt in Bologna und Rom.
Assistentin am Lehrstuhl für Mittelalterliche Geschichte I in Frankfurt a.M., wissenschaftliche Mitarbeiterin im Forschungskolleg/SFB ‚Wissenskultur und gesellschaftlicher Wandel’.
Langjährige freie Mitarbeit in Frankfurter Museen, v.a. dem Jüdischen Museum.
Forschungsschwerpunkte sind die jüdische Geschichte des Mittelalters, die italienische Geschichte des Mittelalters, Universitäts-, Sozial- und Rechtsgeschichte.
Mitglied des Editorial Board von History Compass Europe
- ‘omnis racio vel contempcio bona fidei, que vite homines aguntur’. Notarielle Kultur und Wechsel der Generationen in der Entstehung von Kommune und ‘studium’ in Bologna (1050-1150), 2010, i.D.
- Haltungen zum Judeneid: Frankfurter Eidesformeln des 14. und 15. Jahrhunderts, in: ‚... ihrer Bürger Freiheit’. Frankfurt am Main im Mittelalter. Beiträge zur Erinnerung an die Frankfurter Mediaevistin Elsbet Orth, hg.v. Heribert Müller, (=Veröffentlichungen der Frankfurter Historischen Kommission 22), Frankfurt a.M. 2004, S. 141-173
- 'der alte Raby hait eyn gemeyn buche in syner hant gehabt' ... Jüdische Eidesleistungen in und um Frankfurt am Main (14. – 16. Jahrhundert). Eine Phänomenologie, in: Die Frankfurter Judengasse. Jüdisches Leben in der Frühen Neuzeit, hg.v. Fritz Backhaus, Gisela Engel, Robert Liberles, Frankfurt a.M. 2006, ²2007, S. 145-160 und S. 330-342
- Der Judeneid vor Gericht in Frankfurt am Main – Passionsspiel, Gerichtsbücher und Protokoll oder: Lauwendyn, Natan und Zorlin, in: Praxis der Gerichtsbarkeit in europäischen Städten des Spätmittelalters, hg.v. Franz-Josef Arlinghaus, Ingrid Baumgärtner, Vincenzo Colli, Susanne Lepsius, Thomas Wetzstein, Frankfurt a.M. 2006, S. 421-443
- Die Judensaudarstellung am Frankfurter Brückentor als Schandbild. Funktionen der Bekleidung von Juden im Bild, in: Kopf- und andere Tücher, (=Salecina-Beiträge zur Gesellschafts- und Kulturkritik 6), hg.v. Gisela Engel, Susanne Scholz, Berlin 2006, S. 87-102
- Die Kammer des Reiches und die verschworenen Juden. Perspektiven auf Kaiser, Stadt und Juden im spätmittelalterlichen Frankfurt, in: Die Kaisermacher. Frankfurt am Main und die Goldene Bulle 1356-1806. Aufsätze, hg.v. Evelyn Brockhoff, Michael Matthäus, Frankfurt a.M. 2006, S. 230-238
- Gewalt im Alltag. Frankfurt am Main, Kalonymos 12, 2009, H. 2, S. 1-6
- Die Darstellung der Juden im Evangelium Nicodemi, in: Literarisches Leben in Frankfurt am Main in der Frühen Neuzeit, hg.v. Robert Seidel, Regina Töpfer, 2010, i.D.
- Das Ghetto und die Inversivität städtischen Raumes in Frankfurt am Main, in: Frühneuzeitliche Ghettos in Europa. Ein Vergleich, hg.v. Fritz Backhaus, Gisela Engel, Gundula Grebner, Robert Liberles, Berlin 2010 in Vorb.
- (zs. mit Fritz Backhaus, Gisela Engel, Robert Liberles), Einleitung, in: Frühneuzeitliche Ghettos in Europa. Ein Vergleich, hg.v. dens., Berlin 2010 in Vorb.
- Die urkundlichen Erwähnungen des Wernerius, in: Europa an der Wende vom 11. zum 12. Jahrhundert. Beiträge zu Ehren von Werner Goez, hg.v. Klaus Herbers, Stuttgart 2001, S. 202-206
- Sprachbewußtsein und Konstruktion sozialer Strukturen im Bologneser Notariat (11.-12. Jahrhundert), in: Wissen und soziale Konstruktion, hg.v. Claus Zittel, (=Wissenskultur und gesellschaftlicher Wandel 3), Berlin 2002, S. 155-163
- (zs. mit Andreas Schulz), Generation und Geschichte. Zur Renaissance eines umstrittenen Forschungskonzepts, in: Generationswechsel und historischer Wandel, hg.v. Andreas Schulz, Gundula Grebner, (=HZ Beih. 36), München 2003, S. 1-23
- Kultureller Wandel und Generationswechsel. Bologneser Notare vom 11. zum 12. Jahrhundert, in: Generationswechsel und historischer Wandel, hg.v. Andreas Schulz, Gundula Grebner, (=HZ Beih. 36), München 2003, S. 25-41
- Lay patronate in Bologna in the first half of the 12th century: Regular canons, notaries, and the 'Decretum', in: Europa und seine Regionen. 2000 Jahre Rechtsgeschichte, hg.v. Andreas Bauer, Karl H. Welker, Köln, Weimar, Wien 2007, S. 107-122
- Zum Zusammenhang von Sozialformation und Wissensform. Naturwissen am staufischen Hof in Süditalien, in: Erziehung und Bildung bei Hofe. 7. Symposium der Residenzen-Kommission der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen. Celle 23.-26.09.2000, hg.v. Werner Paravicini, Jörg Wettlaufer, (=Residenzenforschung 13), Stuttgart 2002, S. 193-213
- Italisches bei Ernst Kantorowicz: Zur Selbstdeutung einer Generation, in: Geschichtsbilder im George-Kreis. Wege zur Wissenschaft, hg.v. Barbara Schlieben, Olaf Schneider, Kerstin Schulmeyer, Göttingen 2004, S. 117-129
- ‚Sammelhandschrift mit Jordanus Ruffus, Friedrich II., Dancus (Berlin, Kupferstichkabinett Ms. 78 C 15)’, in: Heiliges Römisches Reich Deutscher Nation 962 bis 1806. Von Otto dem Großen bis zum Ausgang des Mittelalters. Katalog, hg.v. Matthias Puhle, Claus-Peter Hasse, Dresden 2006, S. 271-275
- Der ‚Liber Introductorius’ des Michael Scotus und die Aristotelesrezeption: der Hof Friedrichs II. als Drehscheibe des Kulturtransfers, in: Kaiser Friedrich II. 1194-1250. Welt und Kultur des Mittelmeerraums, hg.v. Mamoun Fansa, Karen Ermete, Mainz 2008, S. 250-257
- Der ‚Liber Nemroth’, die Fragen Friedrichs II. an Michael Scotus und die Redaktionen des ‚Liber particularis’, in: Kulturtransfer und Hofgesellschaft im Mittelalter. Wissenskultur am sizilianischen und kastilischen Hof im 13. Jahrhundert, hg.v. Gundula Grebner, Johannes Fried, (=Wissenskultur und gesellschaftlicher Wandel 15), Berlin 2008, S. 285-298
- Zur Einleitung: Interkulturalität und Verwissenschaftlichung am Fürstenhof des Mittelalters, in: Kulturtransfer und Hofgesellschaft im Mittelalter. Wissenskultur am sizilianischen und kastilischen Hof im 13. Jahrhundert, hg.v. Gundula Grebner, Johannes Fried, (=Wissenskultur und gesellschaftlicher Wandel 15), Berlin 2008, S. 7-11
- 'Imaginatio' versus 'ratio': Mathematik als epistemologisches Argument am Hofe Friedrichs II.?, in: Die Staufer und Italien, hg.v. Bernd Schneidmüller, Stefan Weinfurter, Darmstadt 2010 i.D.
- Michael Scotus, 'De fundamento terre et de mirabilibus mundi'. Einleitung, Edition, Kommentar und Übersetzung, hg.v. Gundula Grebner, Heike Johanna Mierau, Gerrit Jasper Schenk, in Vorb.
- Prägetechniken und Abnutzung von Münzstempeln, Geldgeschichtliche Nachrichten 20, 1985, H. 108, S. 191f.
- Die mögliche Ersterwähnung der Lausitz (DO I 105) in der kirchenpolitischen Gestaltung zwischen Slavia Germanica und Germania Slavica, in: Das Burgensystem der Lausitz im 10. Jahrhundert. Grabungsauswertung, hg.v. Joachim Henning, i.D. (Ms.schluß 2001)
Herausgeberschaften:
- Generation und historischer Wandel, hg.v. Andreas Schulz, Gundula Grebner, (=Historische Zeitschrift, Bh. 36), München 2003
- Kulturtransfer und Hofgesellschaft im Mittelalter. Wissenskultur am sizilianischen und kastilischen Hof im 13. Jahrhundert, hg.v. Gundula Grebner, Johannes Fried, (=Wissenskultur und gesellschaftlicher Wandel 15), Berlin 2008
- Johannes Fried, Gesammelte Aufsätze, hg.v. Gundula Grebner, Michael Rothmann, Berlin 2009 i.D.
- Frühneuzeitliche Ghettos in Europa. Ein Vergleich, hg.v. Fritz Backhaus, Gisela Engel, Gundula Grebner, Robert Liberles, Berlin 2010 in Vorb.
Projektskizze: Der mittelalterliche Judeneid im deutschsprachigen Raum
Der Judeneid wird in Beziehungen zwischen Juden und Christen geleistet. Die Asymmetrie der Machtrelationen, der unterschiedliche religiöse und rechtliche Hintergrund der Beteiligten, die Individualität des Eidestextes für jeden Herrschaftsbereich machen aus dem Judeneid einen vielschichtigen Text, der Einbindung oder Herabwürdigung zuweist, manchmal auch beides zugleich. Tatsächliche Eidesleistungen weisen auf Konflikt- und Kooperationslinien zwischen Juden und Christen.
Da Formen und Anzahl der Judeneide nur ganz unzulänglich bekannt sind, sollen Eidestexte aus Mitteldeutschland flächendeckend zusammengetragen, analysiert und kontextualisiert werden. Die Eidesleistungen sollen für ausgewählte Regionen zusammengetragen und analysiert werden.
Die Qualität des Eidestextes und die Wandlungen, denen er unterliegt, weisen auf unterschiedliche und sich wandelnde Haltungen den Juden gegenüber. Gleichzeitig sind auch Einflußnahmen der jüdischen Seite auf den Text zu erwarten; inwieweit hier ein interreligiöser Dialog und ein Dialog zwischen zwei Rechtsbereichen dokumentiert ist, wird herauszuarbeiten sein. Eidesformel und Eidesleistungen sind mikrohistorische Indikatoren, die aufgrund ihrer großen Zahl und ihrer Variabilität den Wandel in den jüdisch-christlichen Beziehungen früher als die meisten anderen Quellen erkennen lassen. Sie können einen Beitrag zum Verständnis der Gefährdung jüdischen Lebens im späten Mittelalter leisten, zum Verhandeln von Identitäten und zur beiderseitigen Gestaltung der jüdisch-christlichen Beziehungen.
