Aktuelles
Einladung
zum Vortrag von
Dr. Asher Biemann
(
über das Thema
Nationalismus als Aufklärung:
Martin Bubers Nationalbegriff und seine Missverständnisse
am Mittwoch, 7. Juli 2010 um 18:15 Uhr
Gewölbekeller, Landfriedstr. 12
Der jüdische Philosoph und Schriftsteller Martin Buber (1878-1965) gilt als einer der frühen Kritiker des Zionismus und wird auch heute noch oft als Vertreter radikaler Israelkritik zitiert. Doch war Bubers Verhältnis zu Zionismus und Nationalismus keineswegs eindeutig. Vielmehr war es sowohl von neuromantischen und ästhetischen als auch von aufklärerischen Motiven geprägt. Bei all seiner Kritik am Zionismus, blieb Buber dennoch Zionist im politischen Sinn. Der Vortrag beschäftigt sich mit Bubers Nationalbegriff und dessen Selbstverständnis als „Realismus“.
„Der Klang der Worte. Deutsche Sprache in Jerusalem“
von
Gerhard Schick.
Nach dem Film wird es ein Gespräch mit dem Regisseur geben.
Montag, 17.05.10, Beginn 19.00
Kurzinhalt
„Ich bin gar nicht der Meinung, dass Deutsch die Sprache der Mörder ist. Die Mörder haben sich der Sprache bemächtigt, das ist eine andere Sache. Warum soll ich mir die Sprache wegnehmen lassen? Sie ist meine Muttersprache.“
Aus dem Mund von Eva Avi-Jonah klingen diese Sätze selbstbewusst, beinahe herausfordernd. Die 86-jährige gebürtige Wienerin, die seit ihrer Flucht vor den Nationalsozialisten in Jerusalem lebt, empfängt einmal im Monat in ihrem Haus die Gruppe LYRIS, einen Kreis deutschsprachiger Literaten. Alle mussten ihre Heimat verlassen, haben die Muttersprache jedoch mitgenommen. Nach dem Verzehr selbstgebackener Torte österreichischen Rezepts wird reihum gelesen, jeder stellt seine neuesten Gedichte vor. Selten wird der Vortrag nur von einem stummen Nicken oder einem Stirnrunzeln begleitet – meist entstehen lebhafte Diskussionen, in denen sich Anmerkungen, Lob und engagierte Kritik abwechseln. Die Gedichte handeln vom Alter, vom Tod, von immer noch offenen Wunden und zeugen doch von einer verblüffenden Lebenskraft, ja einer grimmigen Freude am Leben.
Während die Kinder dieser Emigranten meist noch einiges von der alten Sprache aufschnappten, haben ihre Enkel den Bezug weitgehend verloren. Doch seit einiger Zeit ist ein erstaunliches Phänomen zu beobachten: Junge Israelis lernen wieder Deutsch. Nach jahrzehntelanger Tabuisierung entsteht ein neues Interesse, das sich nicht nur auf die Herkunft der Großeltern richtet, sondern auch auf das heutige, moderne Deutschland. Vor allem in Künstlerkreisen wird Berlin immer mehr zum bevorzugten Ziel, und so bereisen heute einige der Jungen den Weg, den ihre Großeltern zurückgelegt haben, in umgekehrter Richtung – und wieder befindet sich die deutsche Sprache im Gepäck. Der Film erzählt beide Seiten: Intensiv und schmerzhaft gelebte Erfahrung trifft auf nicht ganz unbefangene Neugierde, und es öffnet sich ein Resonanzraum über die Generationen hinweg – seine Sprache ist deutsch.
Ajami
by
Scandar Copti and Yadon Shani, 2009
Monday, 21.06.2010,
um 18 Uhr
im Gewölbekeller zum 2. Filmabend an der Hochschule für Jüdische Studien ein.
Es wird der Film "Ajami" gezeigt und danach zur Diskussion eingeladen.
Wir freuen uns auf Euer Kommen!
Der Ben Gurion Lehrstuhl für Israel- und Nahoststudien und die Studierendenvertretung der Hochschule für Jüdische Studien läd ein zum Film:
